Vorreiterstatus

Im April 1989 kann die Montagswerkstatt ein neues Angebot ankündigen: Ein eigener Büroraum ermöglicht es, ab Juli über das monatliche Treffen hinaus an drei Tagen in der Woche eine Sprechstunde anzubieten, in der sich Autoren beraten lassen können. „Wer zuerst mal im Zweiergespräch etwas ... erfahren will ... kommt besser in die Sprechstunden ... montags von 10 bis 12, dienstags und donnerstags von 15 bis 17 Uhr.“ Texte werden zur Begutachtung eingereicht, manchmal daraufhin die Kontakte zu Verlagen hergestellt.

Für Bürgermeister Hahnzog ist das Anlass, im September die erweiterte Montagswerkstatt zu besuchen, um das „bundesweit einzigartige Projekt“ offiziell vorzustellen. Auch der Betreuer des Münchner Geschichtswettbewerbs, Dr. Hanko, der Münchner Kulturreferent Dr. Wittmann, zuständig für Literatur und Presse, und Sozialreferent Hans Stützle sind anwesend, da dem Pilotprojekt Montagswerkstatt Vorreiterstatus zugesprochen wird und eine finanzielle Förderung durch die Stadt München erfolgt. Entsprechend groß ist das Presseecho. 

Am 22. Juli läßt die Montagswerkstatt beim Internationalen Straßenfest Pariser Straße Geschichten schreiben und informiert am Stand über die eigenen Aktivitäten. Zahlreiche Zeitschriften, Bayern 1, und das Notizbuch berichten; in der Folge gibt es mehrere Lesungen.

Ab Anfang August beginnen die Vorbereitungen für die vierte Anthologie der Münchner Montagswerkstatt. Am 11. Dezember wird das Ergebnis, der Band „Brückenbilder“ (mit einem Vorwort von der Erfolgsautorin und Bäurin Anna Wimschneider) im Alten- und Service-Zentrum Haidhausen vorgestellt.  

Bei den monatlichen Treffen werden die Teilnehmer der Montagswerkstatt auf den Geschichtswettbewerb der Stadt München hingewiesen und animiert, sich daran zu beteiligen. Eine aus der Runde, Frau Bernhardt, ist dann Preisträgerin dieses Wettbewerbs geworden.


Am 19.02.1990 stellt sich die Montagswerkstatt der Örtlichen Arbeitsgemeinschaft für Altenarbeit vor, was in der Folgezeit verstärkt zu Lesungen in Einrichtungen der Altenarbeit führt.

Bild am Sonntag vom 22. April 1990 berichtet in „Wir schreiben uns wieder jung“ über die Autorinnen Hofmann, Fischer, Schneider-Kleinheinz, Jarczik und Schillinger. Ebenfalls im April erobert ein Beitrag aus „Am Rande der Stadt“ die Bretter, die die Welt bedeuten: das E. T. A. Hofmann Theater Bamberg liest im Beiprogramm die Geschichte von Luise von Tiedemann „Mister Webber und 'ne wirklich anständige Tasse Tee“. 

Auf dem Münchner Evangelischen Kirchentag im Mai 1990 ist die Montagswerkstatt mit einem Stand in der Olympiahalle vertreten. Wiederum reagiert die Presse mit mehreren ausführlichen Beiträgen über Mitglieder der Montagswerkstatt. Besonders Annemarie Fischer mit ihren Geschichten über „Frau Amalie Brimisl“ ist gefragte Interview-Partnerin.  

Am 28.06.1990 ist die Montagswerkstatt als Beispiel für kulturelle und literarische Aktivität im Alter in der Reihe „50+ im Gespräch“ zu Gast. Die Autorinnen und Autoren präsentieren in einer Diashow die Teilnehmerinnen Schneider-Kleinheinz, Jarczyik und Fischer zu Beginn ihrer Lesungen. Dabei kündigt Frau Schneider-Kleinheinz an, ihre Memoiren müssten warten, bis sie 80 sei – haben wir uns im Datum geirrt, oder woran liegt es, dass von Memoiren noch keine Rede ist?

Gast bei dieser Talkshow ist der bekannte Münchner Mundartdichter Professor Dr. Helmut Zöpfl. Aus diesem Kontakt entwickelt sich eine Zusammenarbeit: Helmut Zöpfl schreibt für die nächste, die fünfte Anthologie „Kaleidoskop“ das Vorwort. Der Öffentlichkeit vorgestellt wird das Buch bei einer Autorenlesung am 10.12.1990, mit Kulturreferent Siegfried Hummel. Wieder ist das Presseecho erfreulich.

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